Forschungsförderung und Brexit

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Das Vereinigte Königreich ist am 31.12.2020 aus der EU ausgetreten. Durch das Abkommen zum Austritt vom 24.12.2020 bleiben Einrichtungen aus dem Vereinigten Königreich in der Regel förderfähig für Programme, die durch den mehrjährigen Finanzrahmen 2014-20 finanziert sind. Dazu gehört auch Horizont 2020. Eine Ausnahme gilt für Projekte mit Zugang zu sicherheitsrelevanten Informationen. Diese könnten ggf. vorzeitig beendet werden.

Durch das Abkommen soll auch die Teilnahme an Horizont Europa, dem Nachfolgeprogramm von Horizont 2020, ermöglicht werden. Ausgenommen ist jedoch der EIC-Fonds im Rahmen des Accelerators.
Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass das Vereinigte Königreich einen Beitrag zum EU-Haushalt leistet. Das Abkommen muss noch vom Europäischen Parlament beschlossen werden.

Zusätzlich ist eine Assoziierung zum Copernicus-Programm als Teil des Raumfahrtprogramms, Euratom und ITER vorgesehen. An ERASMUS+ wird das Vereinigte Königreich nicht mehr teilnehmen.

 

Aufgrund der Verzögerung zum Abschluss eines Assoziierungsabkommens zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich hat letztere eine Finanzierungsgarantie für die Beteiligung von Partnern aus dem Vereinigten Königreich an Horizont Europa und anderen EU-Forschungsförderprogrammen abgegeben.

Achtung! Ausweitung der Garantiezusage des Vereinigten Königreichs für Horizon Europe

Die Finanzierungsgarantie für britische Projektteilnehmende an Horizont Europa wurde wurde erneut ausgedehnt und umfasst nun alle Ausschreibungen, deren Frist bis einschließlich 31.12.2022 lautet. 

Das Verfahren sieht wie folgt aus:

  • Im Rahmen einer Übergangsregelung der Europäischen Kommission („Transitional Arrangement“) können sich Einrichtungen und Forschende in Großbritannien an Anträgen auf eine Horizon Europe-Förderung beteiligen. In der Zulassung und Begutachtung behandelt die Europäische Kommission diese Anträge, als wäre das VK bereits assoziiert.
  • Erfolgreiche britische Antragsteller:innen, deren Projekte zur Grant Preparation aufgefordert werden, solange das VK noch nicht assoziiert ist, können sich auf die Ersatzförderung des VK bewerben. Die für die britische Einrichtung eingeplanten Projektkosten werden dann durch das VK erstattet.

 

Falls die Assoziierung scheitert, wird das Verenigte Königreich zum 'assoziierten Partner'.
Am 16. August 2022 hat das Vereinigte Königreich einen Konsultationsprozess mit der EU gestartet, um die Streitigkeiten über die Umsetzung des Handels- und Kooperationsabkommens von 2021 beizulegen.

 

Achtung: Neue Übergangsmaßnahmen für Forschende und Unternehmen, falls das Assoziierungsabkommen scheitern sollte sowie mögliche HEU-Alternativen

  • Die einzelnen Übergangsmaßnahmen sind im Dokument "Supporting UK R&D and collaborative research beyond European programmes" nachzulesen.
  • Zugleich kündigt das Vereinigte Königreich längerfristige Maßnahmen an, um so bald wie möglich ein alternatives Fördrprogramm zu Horizont Europa einzurichten (inkl. Alternativen zu Copernicus und EURATOM). Weitere Information dazu werden in Kürze veröffentlicht. Vlg. dazu den UKRO factsheet.

 

Weitere wichtige Dokumente zum Nachlesen:

Quelle: Lesen Sie weitere Details im KoWi-Newsletter vom 18.03.2022 sowie auf der Website der KoWi zum Brexit.

Letzte Änderung: 02.11.2022 - Ansprechpartner: Kontakt