Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 

Gender

HORIZON - Factsheet zu Gender

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Gender Werkzeugkiste

Die folgenden Ausführungen und Hinweise sind aus dem "Toolkit Gender in EU-funded research" der Europäischen Kommission, Generaldirektorat für Forschung und Innovation gemeinsam mit Yellow Window Management Consultants. Das komplette Toolkit ist auch auf Englisch als pdf auf unserer Webseite herunterladbar.

1. Einführung

Schon seit den Römischen Verträgen (1957) hat sich die Europäische Union für Gendergleichheit als eine ihrer Kernthemen eingesetzt. Seitdem wurden 13 Direktiven mit Bezug zu Gendergleichheit verabschiedet. Doch die Kontroll- und die Bewertungsstudien vom 5. und 6. Forschungsrahmenprogramm haben gezeigt, dass trotz der Mühen, Gender in der Forschung zu fördern, Frauen unterrepräsentiert bleiben und die Frage des Genders weiterhin keine systematische Beachtung in Forschungsprojekten erhält.

Im Beschluss zum 7. Forschungsrahmenprogramm wurde festgehalten, dass "the integration of the gender dimension and gender equality will be addressed in all areas of research" (Decision no 1982/2006/EC of 18/12/2006, OJ L 412, 30/12/2006, p.1).

Doch was bedeutet Gender eigentlich? Hier einige Definitionen, die im Zusammenhang mit Gender stehen:

Gender:

   

Gender bezieht sich auf die sozialen Konstruktionen von Frauen und Männern, Weiblichkeit und Männlichkeit, die über Zeit, Ort, Alter, Region, Religion oder auch Kultur variieren. Sie beziehen sich jedoch nicht auf das Geschlecht oder die Anatomie eines Menschen, welche biologisch festgelegt sind. 

Gender-gleichheit:

 

Dieser Terminus bezieht sich auf die Situation, in der Individuen beider Geschlechter frei sind, eigene Fähigkeiten zu entwickeln und Entscheidungen zu fällen, ohne durch Gender-Rollen implizierten Beschränkungen zu unterliegen.

Gender-sensible        Forschung:

 

In einer Gender-sensiblen Forschung wird Gender durchweg entlang des Forschungszyklus beachtet.

Gender-spezifische Forschung:

Hierbei ist Gender selber das Forschungsobjekt.

 

Gender-blinde Forschung:

 

Dabei wird Gender nicht in der Forschung berücksichtigt. Dies liegt an der oft falschen Annahme, dass mögliche Unterschiede zwischen Männer und Frauen nicht relevant für Forschung an sich sind.

Gender Bias:

 

Das Gender Bias ist die oft nicht gewollte und implizite Unterscheidung zwischen Männern und Frauen, bei dem ein Gender in eine hierarchische Position zum anderen in einem bestimmten Kontext gestellt wird.

Es gibt einige Gründe, warum solch eine Gendersensibilität in der Forschung auch nützlich ist:

1. Effektivität und Effizienz: Forschungsteams, die sowohl aus Männer und Frauen bestehen, arbeiten besser und ziehen wiederum Spitzenwissenschaftler/innen an. Heterogen aufgestellte Forschungsteams bestehen im Gegenzug zu homogenen Gruppen länger.

Bei der Einbindung von Gender in die Forschung geht aber nicht nur um das "Köpfe zählen", also die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in den Forschungsteams sondern auch um die Einbindung der Gender-Dimension in die Forschung.

2. Qualität und Validität: Gender-sensible Forschung ist qualitativ besser und zuverlässig. Denn wenn Forschungsprojekte die Unterschiede zwischen Männern und Frauen in ihrer Untersuchungsgruppe in Betracht ziehen, werden die Ergebnisse repräsentabler sein.

 

2. Gender-sensible Forschung - der Forschungszyklus

Dieser Zyklus gibt Ihnen Hinweise, wie Sie, je nach Phase, in der Sie sich mit Ihrem Projekt befinden (Ideenfindung, Beantragung, Forschungsphase oder Verbreitungsphase der Ergebnisse), Gender-sensibel verhalten können.

Forschungszyklus

Quelle: "Toolkit Gender in EU-funded research" der Europäischen Kommission, Generaldirektorat für Forschung und Innovation gemeinsam und Yellow Window Management Consultants, Kapitel 2.1 How to make research gender-sensitive, 2011.
 

Einige spezifische Tipps im Verlauf des Forschungszyklus ihres Projekts könnten sein:

1. Auswahl und Rekrutierung von Projektmitarbeiter/innen

- offene und unabhängige Selektion durch bspw. gemischtes Auswahlpanel beim Bewerbungsgespräch, Training der Mitglieder des Panels bezüglich Gender Bias, auch atypische Lebensläufe in Betracht ziehen

- explizite, genaue und transparente Auswahlkriterien benutzen

2. Arbeitsbedingungen und -kultur

- eine Arbeitskultur entwickeln/ entwickelt haben, die gleiche Arbeitsbedingungen schafft (Möglichkeiten für Training, Zugang zu Fördermitteln)

- sich der unterschiedlichen Möglichkeiten der Forscher/innen bewusst sein (hinsichtlich Mobilität, individueller Karrierestrukturen etc.)

3. Monitoring und Management

- um Gender Bias zu vermeiden, sollten Teilhabechancen gleich sein, Monitoringsysteme, Feedback-Mechanismen und ein erfahrener Gleichstellungsbeauftragter im Projekt eingesetzt werden

Letzte Änderung: 28.03.2017 - Ansprechpartner: Webmaster
 
 
 
 
Reisekostenzuschuss
Das EU-Hochschulnetzwerk bietet einen Reisekostenzuschuss zur Projektanbahnung an (bis zu 500 € je Reise).
 
 
 
 
Gender Checkliste
Für die Gestaltung Ihres Projektes in Gender-sensibler Form, kann die folgende Checkliste für Sie hilfreich sein:
YW2009_GenderToolKit_CheckList
 
 
 
 
NEU
Neue Broschüre zu Gender und Forschung der Europäischen Kommission erschienen: "Gendered Innovation - How Gender Analysis contributes to Research"

Gendered Innovation EC 2013
 
 
 
 
ERC Gender Equality PlanMarie Curie-Maßnahmen
 
 
 
 
Research*EU
Bild research EU women in science

Ausgabe Nr. 20, März 2013, Special feature:

'Women in science — and research to improve women’s lives’