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Gender in EU-Projekten

Schon seit den Römischen Verträgen (1957) hat sich die Europäische Union für Gendergerechtigkeit als Kernthema eingesetzt. Seitdem wurden 13 Direktiven mit Bezug zu Gendergerechtigkeit verabschiedet. Doch die Kontroll- und die Bewertungsstudien vom 5. und 6. FP haben gezeigt, dass trotz der Anstrengungen, Gender in der Forschung zu fördern, Frauen noch immer unterrepräsentiert sind und die Gender-Frage weiterhin keine systematische Beachtung in Forschungsprojekten erhält.

Im Beschluss zum 7. FP wurde festgehalten, dass "the integration of the gender dimension and gender equality will be addressed in all areas of research" (Decision no. 1982/2006/EC of 18/12/2006, OJ L 412, 30/12/2006, p.1).

Im Rahmen des 9. EU-Rahmenprogramms Horizont Europa (2021-2027) wird die Chancengleichheit und -gerechtigkeit für Frauen in Forschung und Innovationen weiter spezifiziert. So ist u.a. ab dem Jahr 2022 ein Gender Equality Plan (GEP) antragstellender Institutionen* Voraussetzung, um sich an den EU-Förderprogrammen zu beteiligen und eine Förderung durch die EU zu erhalten. Weiterhin kann die angemessene Berücksichtigung der Gender-Dimension in Forschung- und Innovationsprojekten innerhalb des Exzellenz-Kriteriums bewertet werden. Zudem soll ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis sowohl innerhalb von Forschungsteams als auch in der Zusammensetzung von Gremien (Expertengruppen, Evaluationsgremien) durch die Erhöhung des Frauenanteils erreicht werden.

Weiterführende Informationen

Fact Sheet Gender Equality in Horizon Europe

Gender Equality in Academia and Research (European Institute for Gender Equality, EIGE)

Gender Equality in Horizon Europe (European Commission)

 

* Der GEP ist eine Teilnahmevoraussetzung für bestimmte Einrichtungstypen (Hochschulen, Forschungseinrichtungen, öffentliche Einrichtungen).

Gender:

   

Gender bezieht sich auf die sozialen Konstruktionen von Frauen und Männern, Weiblichkeit und Männlichkeit, die in verschiedenen Zeiten, an verschiedenen Orten, für unterschiedliche Altersgruppen und in unterschiedlichen Religionen und Kulturen variieren.

 

Gendergerechtigkeit:

 

Dieser Terminus bezieht sich auf die erstrebenswerte Situation, dass Individuen frei sind, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und Entscheidungen zu fällen, ohne Beschränkungen zu unterliegen, die durch festgelegte Gender-Rollen hervorgerufen sind.

 

Gender-sensible        Forschung:

 

In gender-sensibler Forschung wird Gender entlang des gesamten Forschungszyklus beachtet, auch in der Forschungsfrage selbst.

Gender-spezifische Forschung:

 

Hierbei ist Gender selbst das Forschungsobjekt.

 

 

Gender-blinde Forschung:

 

Gender wird nicht berücksichtigt. Zugrunde liegt die irrige Annahme, dass etwaige Unterschiede zwischen Männern und Frauen nicht relevant für Forschung an sich sind.

 

Gender Bias:

 

Gender Bias (Voreingenommenheit) ist eine hierarchisierte Unterscheidung zwischen Männern und Frauen, mit der in der Regel die Möglichkeiten und Fähigkeiten von Männern favorisiert werden.

Forschungszyklus

Quelle: "Toolkit Gender in EU-Funded Research" der Europäischen Kommission, Generaldirektorat für Forschung und Innovation gemeinsam mit Yellow Window Management Consultants, Kapitel 2.1 "How to Make Research Gender-Sensitive", 2011.

Letzte Änderung: 29.06.2022 - Ansprechpartner: Kontakt